Pressemitteilung: 014/2026
Magdeburg, den 30.01.2026

Digitale Planung der Pflege im gesamten Burgenlandkreis: Land Sachsen-Anhalt und Pflegekassen fördern innovatives Projekt

Naumburg. Für das Projekt „Interkommunaler digitaler Pflegezwilling“ erhält der Burgenlandkreis rund 960.000 Euro.

Das Geld stammt jeweils zur Hälfte vom Land Sachsen-Anhalt und den Pflegekassen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne überreichte heute in Naumburg den Zuwendungsbescheid an Landrat Götz Ulrich. Dabei betonte sie: „Es braucht neue Wege in der Versorgung, Betreuung und Pflege, damit Seniorinnen und Senioren in ihrem vertrauten Umfeld gepflegt werden können. Der „Pflegezwilling“ im Burgenlandkreis wird Pflegeeinrichtungen, Pflegebedürftige und ihre Familien entlasten, indem Unterstützungsbedarfe und verfügbare Angebote direkt vor Ort im Quartier erfasst und verknüpft werden. So schaffen wir die notwendige Innovation, um für die künftig steigenden pflegerischen Herausforderungen besser gewappnet zu sein.“

„Mit der Umsetzung dieses Projektes wird sich unser Landratsamt eine Gesamtübersicht über die aktuelle soziale Daseinsvorsorge-Struktur im Burgenlandkreis erarbeiten. Dadurch kann dann schnell ermittelt werden, wo die Bedarfe im Einzelnen liegen und wie wir bei „weißen Flecken“ gegensteuern können. Statt mit endlosen Exceltabellen und Berichten zu arbeiten, möchten wir ein intuitives Instrument entwickeln, mit dem jeder sofort versteht, wo Probleme im Bereich der Pflege und Altenhilfe bei uns im Landkreis entstehen und wie wir sie lösen können“, so Landrat Götz Ulrich.

Ziel ist die Erarbeitung einer integrierten digitalen Pflegestruktur-, Pflegepräventions- und Altenhilfeplanung für den Burgenlandkreis, an der Landkreis und Gemeinden gemeinsam arbeiten. In der sogenannten Zwillingsanwendung sollen Daten digital zusammengeführt werden, um aktuelle und zukünftige Pflegebedarfe zu ermitteln und passende Angebote zu unterbreiten. Die Darstellung der anonymisierten Daten mithilfe von großzügigen Übersichten ermöglicht kurzfristige Prognosen und Simulationen bei Veränderungen in der Bevölkerung oder der Infrastruktur.

Für die Erprobung innovativer Projekte im Bereich der Pflege im Quartier stehen in Sachsen-Anhalt bis 2028 rund 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. Durch regionale Modellvorhaben sollen Pflegebedürftige vor Ort in ihrem gewohnten Lebensumfeld unterstützt werden. Die Modellvorhaben sollen die Lebenssituation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen erleichtern, bereits bestehende kommunale Angebote vernetzen oder einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit entgegenwirken. Bereits jetzt werden über 70 Prozent der über 200.000 Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt in ihrem häuslichen Umfeld betreut.

Hintergrund:

Das Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz (PUEG) hat mit der Neufassung des § 123 SGB XI die Flexibilisierung und Stärkung der häuslichen Pflege in den Fokus gerückt. Mit dieser Neufassung hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eröffnet, die Förderung von regionalspezifischen Modellvorhaben zur Entwicklung von Maßnahmen und Strukturen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Pflegepersonen zu ermöglichen. Das Land Sachsen-Anhalt stellt die Fördermittel gemeinsam mit der sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflegepflichtversicherung zur Verfügung.

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