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Magdeburg, den 21.08.2012

Energiestudie: 2011 bereits mehr als 40% Strom aus regenerativen Quellen Wolff: Neues Energiekonzept legt Fokus auf Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klima-schutz

?Die Energieversorgung der Zukunft und insbesondere die vor gut einem Jahr vom Bund eingeleitete Energiewende stellen auch uns in Sachsen-Anhalt vor neue Herausforderungen. Deshalb werden wir das aktuelle Energiekonzept des Landes für die Jahre 2020 und 2030 fortschreiben. Im Mittelpunkt bleiben natürlich Klimaschutz, aber auch Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz, Energieeinsparung sowie die Erforschung neuer Technologien werden weiterhin eine große Rolle spielen.? Das sagte Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Wolff während der Präsentation einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen Energiestudie heute in Magdeburg. Die von EuPD Research und dem Deutschen CleanTech Institut (DCTI) erstellte Studie liefert unter anderem Prognosen für die Entwicklung des Energiesektors im Land bis zu den Jahren 2020 und 2030 und beschreibt damit die voraussichtlichen Rahmenbedingungen für die Energiepolitik in Sachsen-Anhalt. Damit bildet sie die Basis für die Fortschreibung des Energiekonzepts.   Wolff: ?Die Studie belegt, dass Sachsen-Anhalt seine Hausaufgaben im Energiesektor in den vergangenen Jahren gemacht hat. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Nutzung regenerativer Energieträger, die 2011 für mehr als 40 Prozent der Nettostromerzeugung gesorgt haben.? Dennoch seien die ambitionierten Ziele der Energiewende ? bis 2050 sollen in Deutschland 80 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien kommen ? auf Basis heutiger Technologien nicht zu erreichen. ?Wir brauchen künftig noch mehr ergebnisoffene Forschung auf diesem Gebiet, wie sie schon heute in Sachsen-Anhalt in vielen Bereichen betrieben wird. Außerdem haben wir mit der heimischen Braunkohle eine Rückversicherung für Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Diese Option werden wir uns offenhalten?, betonte die Ministerin. Sie verwies zudem auf den notwendigen Ausbau der Stromnetze und die Entwicklung neuer Speichertechnologien. Nur so könne die künftig weiter wachsende Menge regenerativ erzeugten Stroms auch effizient genutzt werden.   Auf Grundlage der heute vorgestellten Energiestudie wird das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft unter Beteiligung der Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt, Landesentwicklung und Verkehr sowie Finanzen das Energiekonzept des Landes für die Jahre 2020 und 2030 fortschreiben. Es soll bis Ende dieses Jahres vorliegen.   Die komplette Energiestudie sowie eine Zusammenfassung sind verfügbar auf den Internetseiten des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft unter: https://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=50294.   Die wichtigsten Ergebnisse der Energiestudie: ·           Prognosen: o    Trotz Bevölkerungsrückgangs (bis 2030 um ca. 459.000 auf 1,844 Mio.) wird der Primärenergiever­brauch im Land bis 2030 relativ konstant bleiben (durch steigenden Energieverbrauch des produzierenden Gewerbes aufgrund wachsender Produktionsmenge). o    Durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere durch Repowering alter Windenergieanlagen und den Bau neuer Photovoltaikanlagen, kann 2030 rechnerisch 96 Prozent des prognostizierten Stromverbrauchs im Land aus regenerativen Quellen gedeckt werden. o    Die Stromerzeugung aus Braunkohle bleibt im Land bis 2030 relativ konstant (2030: ca. 25 Prozent der Nettostromerzeugung).   ·           Analyse von Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Strukturen im Energiesektor des Landes: o    Stärken im Windbereich (hohe Anlagendichte; mit Enercon ist ein Global Player im Land ansässig), im Solarbereich (hohe Installationsraten bei Freiflächenanlagen und gute Einstrahlungswerte im Südosten), durch Braunkohle (kostengünstige Sicherung der Grundlastversorgung) und durch die Stellung als Stromexporteur o    Schwächen durch fortschreitenden Bevölkerungsrückgang, harten Konkurrenzkampf der Photovoltaik-Hersteller, beschränkte Zubaumöglichkeit bei Windenergieanlagen (hoher Ausbaustand), geringe Wasserkraftpotenziale sowie beschränktes Wachstum von Biomasse trotz hoher Potenziale o    Chancen liegen vor allem im Repowering von Windenergieanlagen, im nachholenden Ausbau der Solarenergie im Privatkundensegment sowie in den Potentialen bei alten (z.B. Pumpspeicher) und neuen Speichertechnologien (z.B. Batteriespeicher) o    Risiken liegen vor allem in der Unterversorgung mit Strom in windarmen Zeiten (verknüpft mit dem Finanzierungsrisiko von Speichern und Backup-Kraft­werken), in der ungünstigen CO2-Bilanz der Braunkohle sowie im Bevölkerungsrückgang, der als Investitionshemmnis wirken könnte

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