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Magdeburg, den 14.09.1999

Recht sprechen ist längst nicht mehr Männersache

Ministerium der Justiz - Pressemitteilung Nr.: 54/99 Magdeburg, den 15. September 1999 Immer mehr Frauen in der Justiz Recht sprechen ist längst nicht mehr Männersache Immer mehr Frauen in der Justiz Recht sprechen ist längst nicht mehr Männersache Magdeburg. (MJ) Frauen in der Justiz: In kaum einem anderen Arbeitsbereich sind sie so vertreten wie in diesem, sie machen drei viertel sämtlicher Beschäftigten der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt aus. Damit gehört Sachsen-Anhalt bundesweit zu den Ländern, die mit am meisten Frauen in der Justiz beschäftigen. "Erfreulich ist, dass die Frauen längst nicht mehr nur in den als typisch weiblich geltenden Bereichen tätig sind, sondern sich immer mehr verantwortungsvolleren Positionen zuwenden", so Justizministerin Karin Schubert (SPD) anlässlich des 33. Kongresses des Deutschen Juristinnenbundes (DJB) in Magdeburg. Bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften des Landes Sachsen-Anhalt haben die Juristinnen inzwischen einen Anteil von 40 Prozent erreicht, drei von ihnen sind Präsidentinnen eines Gerichts. Im gehobenen Dienst sind die Frauen sogar in der Mehrzahl: So sind allein im Rechtspflegerbereich 435 von insgesamt 579 Bediensteten weiblich. Selbst im Bereich des Strafvollzuges sind in Sachsen-Anhalt zwei Frauen in der Führungsspitze. "Eine derartige Entwicklung wäre vor zwei Jahrzehnten noch undenkbar gewesen", sagt Ministerin Schubert. Dennoch sieht sie den Prozess beruflicher Gleichberechtigung noch lange nicht als abgeschlossen an. "Nach wie vor werden 82 Prozent aller Führungspositionen in der Justiz Sachsen-Anhalts von Männern bekleidet", so Schubert. Die Ursache sei nicht in den Leistungen oder der Qualifikation zu suchen. "Oft sind es die Frauen selbst, die sich bei ihrer Karriere im Weg stehen", meint Schubert. Noch immer gingen sie allzu häufig davon aus, dass die Kindererziehung ausschließlich in ihre Zuständigkeit fällt. "Mit dieser Einstellung nehmen sie sich selbst die Chance auf Karriere - und ihrem Partner die Möglichkeit, sich mehr in die Familie einzubringen", ist die Ministerin überzeugt. Sie fordert darum mehr Selbstbewusstsein , Mut und Flexibilität von Frauen in der Justiz. "Die rechtliche Ungleichbehandlung von Frauen haben wir weitgehend überwunden", so Schubert. "Nun müssen wir die erkämpften Rechte auch nutzen." Dafür sei der Zusammenschluss zu Netzwerken, wie sie Männer seit Jahren erfolgreich nutzen, unausweichlich. "Wenn jede Frau sich nur für ihre eigenen Ziele einsetzt und sie erstreitet, ist dies uneffektiv. Nur im Zusammenschluss können Frauen ihre Interessen in der Politik wirksam vertreten und Zugang zu Machtstrukturen finden, die für die gesellschaftliche Entwicklung wichtig sind", so die Ministerin weiter. "Frauen müssen begreifen, dass sie sich gegenseitig unterstützen müssen." Zu Ihrer Information: Der Deutsche Juristinnenbund (DJB) wurde 1948 in Dortmund gegründet. Vorsitzende des Verbandes ist die Kriminalwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Nelles von der Westfälischen Universität Münster. Sachsen-Anhalts Justizministerin Karin Schubert ist seit 1993 stellvertretende Vorsitzende. Der 33. Kongress des DJB findet vom 16. bis 18. September in Magdeburg (Tagungsort: "Hotel Ratswaage", Ratswaageplatz 1-4) statt und wird am 16. September im Palais am Fürstenwall um 18 Uhr eröffnet. Anschließend lädt Ministerpräsident Reinhard Höppner zu einem Empfang ein. Rufen Sie mich bei Nachfragen bitte an: Marion van der Kraats, Telefon: 0391 ¿ 567 4134 Impressum: Ministerium der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Wilhelm-Höpfner-Ring 6 39116 Magdeburg Tel: (0391) 567-4134 Fax: (0391) 567-4225 Mail: presse@mj.lsa-net.de

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