: 138
Magdeburg, den 30.11.2000

Welterbekomitee hat in Australien entschieden: Dessau-Wörlitzer Gartenreich wird in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen

Kultusministerium - Pressemitteilung Nr.: 138/00 Magdeburg, den 30. November 2000 Welterbekomitee hat in Australien entschieden: Dessau-Wörlitzer Gartenreich wird in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation UNESCO hat heute im Rahmen seiner Sitzung vom 27. 11. bis zum 2. 12.2000 in Cairns, Australien, dem Antrag des Landes Sachsen-Anhalt entsprochen, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich als "Welterbe der Menschheit" anzuerkennen. Von insgesamt 24 deutschen Kulturdenkmalen auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste befinden sich nunmehr vier auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalts Kultusminister, Dr. Gerd Harms, zugleich Stiftungsratsvorsitzender der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, zeigte sich über die Entscheidung des Welterbekomitees sehr erfreut. "Dies ist eine große Chance nicht nur für die Region, sondern auch für das Land, die es zu ergreifen und zu gestalten gilt.", sagte der Minister. "Der außergewöhnlichen Kulturlandschaft und dem komplexen Denkmalbereich an der Elbe mit zahlreichen hochrangigen Einzeldenkmalen ist damit die lang erhoffte und erwartete internationale Anerkennung auch offiziell zugesprochen worden, die ihr aufgrund ihrer Einmaligkeit tatsächlich gebührt." Harms wies weiter darauf hin, dass die Landesregierung Sachsen-Anhalts sich seit langem in Abstimmung mit den Kommunen der Region nachdrücklich für den Erhalt und die Entwicklung des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches eingesetzt habe. Gemeinsam mit der Bundesregierung unterhalte sie die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, welche die "Juwelen des Gartenreiches" in sich vereine. Daneben genieße die gesamte Kulturlandschaft eine außerordentlich hohe Priorität bei der Vergabe von Fördermitteln des Landes. So seien z. B. die Ergebnisse des Kirchensanierungsprogrammes im Dessau-Wörlitzer Gartenreich heute bereits an vielen Orten sichtbar. Die Landesregierung verfolge dabei nicht allein das Ziel, den Bestand dieser einmaligen Kulturlandschaft zu sichern. Gleichzeitig wolle man dem Leitbild des Kulturtourismus folgen und der gesamten Region eine zukunftsträchtige Entwicklung ermöglichen. Hierbei solle insbesondere den Bedingungen im Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat Mittlere Elbe Rechnung getragen werden. Harms verwies darauf, dass diese Region auf weltweit einmalige Art und Weise auf engstem Raum drei anerkannte UNESCO-Weltkulturerbestätten aufzuweisen habe. Die Lutherstätten in Wittenberg und Eisleben, das Bauhaus in Dessau und das Dessau-Wörlitzer Gartenreich stehen für Reformen in europäischer und weltweiter Wirkung. Das Biosphärenreservat Mittlere Elbe ergänzt diese Stätten um einen außergewöhnlichen Naturraum. Informationen zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich Das Gartenreich zwischen Dessau und Wörlitz ¿ eine Schöpfung des Fürsten Leopold III, Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 ¿ 1817) ¿ entwickelte sich unter seiner Regierung zum Zentrum der Aufklärung in Deutschland. Das gesamte Fürstentum war Spiegel seines reformerischen Wirkens, das immer unter dem Motto der Verbindung des Schönen mit dem Nützlichen stand. Das noch heute in seinen wichtigsten Teilen erlebbare Gartenreich, das zum einen die europäische Entwicklung dieser Zeit widerspiegelte und sie gleichermaßen selbst prägte, verband auf bemerkenswerte Art und Weise Mensch, Natur und Landschaft harmonisch miteinander. Die Parkanlagen um die Schlösser in Wörlitz, Oranienbaum, Luisium, Mosigkau und Großkühnau sind eingebettet in eine bewußt gestaltete Kulturlandschaft, die ihren Wert vor allem aus ihrem Zusammenhang ableitet. Sichtbeziehungen, Ortsgestaltungen, Landwirtschaftsflächen, Hochwasserschutzanlagen, Straßen und Gewässer haben eine eindeutige Prägung in dieser Zeit erfahren, die heute noch immer den Sinn dieser Schöpfung einprägsam erleben lassen. Impressum: Kultusministerium Pressestelle Turmschanzenstr. 32 39114 Magdeburg Tel: (0391) 567-3710 Fax: (0391) 567-3695 Mail: presse@mk.sachsen-anhalt.de

Impressum:Ministerium für Bildung des LandesSachsen-AnhaltPressestelleTurmschanzenstr. 3239114 MagdeburgTel: (0391) 567-7777mb-presse@sachsen-anhalt.dewww.mb.sachsen-anhalt.de

Anhänge zur Pressemitteilung