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Magdeburg, den 27.08.2018

Die Dürre im Land ist eine Naturkatastrophe Kabinett stellt fest: Dürre 2018 ist als widriges Witterungsverhältnis mit Naturkatastrophe gleichgestellt ? Voraussetzung für Hilfen geschaffen

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat dem Kabinett heute die vorläufigen Ernteergebnisse für Sachsen-Anhalt vorgestellt. Sie sagte: ?Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, was wir in den vergangenen Wochen schon erwartet hatten: Sachsen-Anhalt ist vielerorts sehr stark von der Dürre betroffen. 63 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen haben Schäden, die deutlich über 30 Prozent des durchschnittlichen Naturalertrages liegen. Deshalb habe ich das Kabinett heute gebeten, die Dürre als ein mit einer Naturkatastrophe gleichgestelltes widriges Witterungsverhältnis festzustellen. Damit ist die Voraussetzung für Hilfen geschaffen. Der einzelne Betrieb muss selbstverständlich seine Betroffenheit nachweisen. Außerdem ist es unseren Landwirtinnen und Landwirten hiermit möglich, auf die Naturkatastrophe zu verweisen, wenn sie aufgrund der Dürre ihren Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen können.? Neben den Ertragseinbußen im Ackerbau stehen die Verluste im Futterbau im Fokus. ?Besonders kritisch ist die Situation beim Grünland und bei Feldfutter in den Betrieben mit Rinder- und Schafhaltung. Hier ist die Grundfutterversorgung mit Raufutter weggebrochen?, erläuterte die Ministerin die aktuelle Situation. Die in hohem Maße betroffenen Futterbaubetriebe mit Ausrichtung Milchvieh, Mutterkuhhaltung, Schafhaltung wirtschafteten schwerpunktmäßig auf den schwächeren Standorten. Der erste Schnitt habe bereits Ertragseinbußen von 40 bis 50 Prozent erbracht, der zweite und dritte Schnitt vertrocknete. Derzeit würden die Tiere auf Grund des fehlenden Aufwuchses und der Gefahr der Schädigung der Grasnarbe durch Überweidung von der Weide in die Ställe geholt und die Fütterung auf die Winterration, das bedeutet Silage und Stroh, umgestellt. Hintergrund Niederschlagsdefizit In Sachsen-Anhalt herrscht in den überwiegenden Landesteilen seit April andauernde Trockenheit. Das für Sachsen-Anhalt bis Ende Juli 2018 für eine Auswahl von 10 Messstationen ermittelte stationsbezogene Niederschlagsdefizit betrug 124 mm, beziehungsweise zwei Monatsniederschläge. Voraussetzungen für Hilfen Der Bund hat 2015 eine nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden verursacht durch Naturkatastrophen oder widrige Witterungsverhältnisse bei der Europäischen Kommission notifizieren lassen, um im Schadensfall schnellstmögliche Hilfen gewähren zu können. Eine wesentliche Voraussetzung der Anwendung dieser Rahmenrichtlinie ist, dass gemäß Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen die zuständige Behörde des betreffenden Mitgliedstaats das eingetretene Ereignis förmlich als Naturkatastrophe oder außergewöhnliches Ereignis anerkannt hat. Dies ist mit dem heutigen Kabinettsbeschluss geschehen. Mit der Feststellung, dass die Dürre 2018 als widriges Witterungsverhältnis mit einer Naturkatastrophe gleichgestellt ist, ist die Voraussetzung für finanzielle Unterstützung gegeben. Hierzu muss jedes einzelne Unternehmen seine individuelle betriebliche Betroffenheit nachweisen. Tabelle: Vorläufige Schadensübersicht mit Stand 20.08.2018 im Acker- und Futterbau Fläche (vorläufige Daten Antragstellung 2018) in ha Ertragseinbußen im Landes-durchschnitt  in %*** Flächen > 30% in ha Betroffenheit der Flächen in %**** Kulturen         Ackerbau         Winterweizen* 320.008 25,6 177.026 55,3 Wintergerste* 88.445 25,7 34.685 39,2 Winterroggen* 62.656 39,6 53.984 86,2 Triticale* 18.448 29,9 12.700 68,8 Winterraps* 158.503 28,4 63.859 40,3 Kartoffeln** 13.987 40 6.779 48 Zuckerrübe** 49.966 32 32.500 65 Futtererbsen** 11.300 31 8.700 77 Ackerbohne** 1.800 61 1.800 100 Lupine** 4.800 56 4.800 100 Futterbau (incl. Grünland)         Wiesen** 38.903 53 38.903 100,0 Weiden** 108.685 49 108.685 100,0 Silomais** 129.950 44 77.970 60,0 Leguminosen GPS** 15.189 51 15.189 100,0 Ackergräser** 10.978 52 10.978 100,0           Sonderkulturen         Majoran** 275 50 137 50,0 Thymian** 218 50 109 50,0 Kümmel** 132 50 66 50,0 Arzneifenchel** 138 50 69 50,0 Zwiebeln** 1.055 50 527 50,0 Summe 1.035.436   649.466   * auf Basis der vorläufigen Erntedaten der BEE des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 20.08.2018 ** Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau und Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt *** Berechnung gem. Nat. Rahmenrichtlinie: Vergleich Durchschnittsertrag 2018 mit den Durchschnittserträgen der letzten 5 Jahre (unter Ausschluss des besten und des schlechtesten Jahres) **** Zur Bewertung der Betroffenheit wurden nur Flächen berücksichtigt, deren durchschnittliche Ertragsverluste auf Kreisebene über 30% unter dem langjährigen Mittel liegen.     /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman",serif;}

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