Land fördert Denkmalpflege in Kleinpaschleben: Orgel und Kriegerdenkmal werden saniert
Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt auch im Jahr 2026 den Erhalt bedeutender Kulturdenkmale im ländlichen Raum. In Kleinpaschleben (Gemeinde Osternienburger Land, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) werden gleich zwei wichtige Denkmale mit Landesmitteln gefördert: die historische Pfanneberg-Orgel in der Dorfkirche sowie das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem örtlichen Friedhof.
Für die Restaurierung der Orgel stellt das Land bis zu 10.000 Euro bereit, während für die Konservierung und Restaurierung des Kriegerdenkmals rund 20.000 Euro zur Verfügung stehen. Beide Maßnahmen verfolgen das Ziel, kulturelles Erbe zu bewahren und für zukünftige Generationen erlebbar zu machen – wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Während die Orgel als Klangdenkmal die musikalische Tradition der Region repräsentiert, steht das Kriegerdenkmal für die erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Historische Pfanneberg-Orgel als Klangdenkmal
Die Pfanneberg-Orgel in der Dorfkirche Kleinpaschleben stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1867) und wurde von dem regional tätigen Orgelbauer Christoph Gottlieb Pfanneberg geschaffen. Sie gilt als seltenes Beispiel mitteldeutscher Orgelbaukunst dieser Zeit.
Im Zuge der Restaurierung werden unter anderem die Orgelanlage und die Windtechnik instandgesetzt, der Magazinbalg überarbeitet sowie Rekonstruktionsarbeiten am Prospekt und an einzelnen Klangregistern vorgenommen.
Die Kirche selbst ist ein Backsteinbau aus dem Jahr 1864 mit älteren Bauteilen, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Die Orgel prägt bis heute das kirchliche und kulturelle Leben der Gemeinde und soll nach der Sanierung wieder regelmäßig für Gottesdienste und Konzerte genutzt werden.
Kriegerdenkmal als Ort der Erinnerung
Das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof von Kleinpaschleben wurde nach dem Ersten Weltkrieg errichtet und erinnert an die Gefallenen aus dem Ort. Es ist ein wichtiges Zeugnis lokaler Erinnerungskultur und verbindet die Geschichte des Dorfes mit den großen Ereignissen des 20. Jahrhunderts.
Kriegerdenkmale sind wichtige Zeugnisse der europäischen Geschichte und Erinnerungskultur. Sie wurden insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg in vielen Städten und Gemeinden errichtet, um der Gefallenen zu gedenken und die einschneidenden Folgen des Krieges im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Auch das Denkmal in Kleinpaschleben ist Ausdruck dieses historischen Gedenkens.
Viele dieser Denkmale bestehen aus Naturstein oder vergleichbaren Materialien und sind im Laufe der Jahrzehnte erheblichen Witterungseinflüssen ausgesetzt gewesen. Schäden wie Verwitterung, Rissbildung oder Verlust von Inschriften machen konservatorische Maßnahmen erforderlich. Die nun geförderte Restaurierung umfasst daher Maßnahmen zur Konservierung und Wiederherstellung der historischen Substanz, um das Erscheinungsbild und die Aussagekraft des Denkmals langfristig zu sichern.
Beitrag zur Denkmalpflege im ländlichen Raum
Die beiden Projekte verdeutlichen die Bandbreite denkmalpflegerischer Aufgaben: vom Erhalt technischer und künstlerischer Zeugnisse bis hin zur Sicherung von Erinnerungsorten.
Die Finanzierung erfolgt jeweils in Kombination aus Landesmitteln, Eigenanteilen der Träger sowie weiteren Fördermitteln. So belaufen sich die Gesamtausgaben für die Orgelsanierung auf rund 83.950 Euro, während für das Kriegerdenkmal etwa 40.000 Euro veranschlagt werden.
„Mit der Förderung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung sowohl eines wertvollen Klangdenkmals als auch eines zentralen Erinnerungsortes“, erklärt der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. „Beide Denkmale sind bedeutend für die kulturelle Identität der Region und zeigen eindrucksvoll das Engagement vor Ort.“
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