Pressemitteilung: 83/2026
Magdeburg, den 04.06.2026

Digitale Arbeitsplattform für Straßenprojekte freigeschaltet

Mit der Freischaltung der neuen gemeinsamen Datenumgebung „LSBB.CDE – WP Squirrel“ bei der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) geht Sachsen-Anhalt einen weiteren wichtigen Schritt bei der Einführung der BIM-Methode (Building Information Modeling) im Straßen- und Brückenbau.

„Dadurch werden Abstimmungen vereinfacht, Prozesse beschleunigt und Planungsfehler reduziert“, sagte Verkehrsministerin Dr. Lydia Hüskens heute in Halle (Saale) bei der Vorstellung der neuen Arbeitsplattform. „Wir schaffen hier die Grundlage für ein modernes, standardisiertes und effizientes Projektmanagement im Straßenbau. Die neue Plattform bildet künftig die zentrale digitale Arbeitsumgebung für Planung und Bau von Infrastrukturprojekten. Alle Beteiligten greifen dabei auf denselben aktuellen Datenstand zu – von Modellen und Plänen bis hin zu Protokollen und Genehmigungsunterlagen“, erläuterte die Ministerin.

Im Unterschied zur konventionellen Planung basiert die BIM-Methode auf einer gemeinsamen digitalen Datenbasis. Kommunikation, Zusammenarbeit und Dokumentation erfolgen nach den Worten der Ministerin innerhalb einer sogenannten „Common Data Environment“ (CDE). Damit wird sichergestellt, dass jederzeit mit den aktuellsten Informationen gearbeitet wird.

Dafür stellt die LSBB.CDE standardisierte Prozesse und Strukturen bereit. Neben einem einheitlichen Rechte- und Rollenmanagement gehören dazu verbindliche Dateinamenskonventionen, digitale Prüf- und Freigabeworkflows sowie ein integriertes Modell- und Dokumentenmanagement.

Ein erstes Projekt, das auf der neuen LSBB.CDE vorbereitet wird, ist die geplante Ortsumgehung Weißenfels im Zuge der Bundesstraße (B) 87 (Südtangente). Das rund 10,5 Kilometer lange Neubauvorhaben ist Bestandteil des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen sowie des Investitionsgesetzes Kohleregionen. Im Rahmen der weiteren Bearbeitung werden zunächst die Daten der Vorplanung auf die neue Plattform migriert.

Wie die digitale Zusammenarbeit künftig konkret funktioniert, zeigt die LSBB zudem anhand des Projekts „B 184 Ortsumgehung Roßlau–Tornau“.

Dort werden umfangreiche digitale Modelle bereits heute zur Koordinierung zwischen Planern, Behörden und weiteren Beteiligten eingesetzt. Die Modelle unterstützen unter anderem Abstimmungen mit Trägern öffentlicher Belange sowie mit der Roßlauer Schiffswerft, deren laufender Betrieb während der späteren Bauarbeiten berücksichtigt werden muss.

Regelmäßige digitale Projektbesprechungen direkt am Modell sowie georeferenzierte Hinweise/Anmerkungen ermöglichen eine transparente und nachvollziehbare Bearbeitung komplexer Fragestellungen. Ergänzt wird dies durch Drohnenbefliegungen und anschauliche Visualisierungen des künftigen Bauablaufs.

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