150 Jahre Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
Robra: Kommission leistet wichtigen Beitrag zur lebendigen Vermittlung der Landesgeschichte
„Die Historische Kommission ist mit ihren ausgewiesenen Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen und zu verschiedenen Zeitepochen der Landesgeschichte eine feste Größe in der Geschichtsforschung unseres Landes. Sie steht für Expertise aus Universitäten, Archiven, Museen, Kultureinrichtungen und kirchlichen Institutionen. Diese interdisziplinäre Ausrichtung ist ihre Stärke.“ Das erklärte Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra heute beim Empfang „150 Jahre Historische Kommission für Sachsen-Anhalt“ in der Staatskanzlei.
Die Landesregierung wisse um die Bedeutung der Historischen Kommission für die Identitätsbildung im Land, die Vermittlung von Geschichte an die Bürgerinnen und Bürger und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Sie tragen dazu bei, dass die Vergangenheit Sachsen-Anhalts nicht nur bewahrt, sondern lebendig vermittelt und immer wieder neu erforscht wird“, so der Staatsminister zu den Mitgliedern der Historischen Kommission.
Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt e.V. wurde 1876 als Historische Kommission für die Provinz Sachsen gegründet. Sie ist die älteste Vereinigung ihrer Art in Deutschland. Ihr Vorsitzender, Prof. Dr. Christoph Volkmar, blickt zurück: „Die Kommission erwies sich als das Vorbild, das bald überall in Deutschland nachgeahmt wurde. Die Geschichtswissenschaft erlebte einen Professionalisierungsschub und Sachsen-Anhalt war der Schrittmacher.“
„Die Historische Kommission für Sachsen‑Anhalt ist ein bedeutender Impulsgeber bei der Erforschung und Bewahrung unserer Landesgeschichte. Sie wirft Schlaglichter auf neue Aspekte unserer reichen Vergangenheit und vermittelt diese fundiert und lebensnah. Ein Beispiel ist das Projekt ,Lost Places in Sachsen‑Anhalt‘. Es ermutigt Menschen unseres Landes dazu, vergessene Orte zu erforschen, deren Geschichten zu erzählen und damit kulturelles Erbe zu bewahren. Ich danke der Historischen Kommission für ihr Engagement und die Koordinierung von Projekten wie diesem. Zum 150‑jährigen Bestehen wünsche ich alles Gute, für die künftige Arbeit weiterhin viel Kraft und Inspiration“ erklärte Innenministerin Dr. Tamara Zieschang.
Seit ihrer Gründung hat die Kommission die Landesgeschichtsforschung maßgeblich geprägt. Heute vereint sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, die gemeinsam Aspekte der Geschichte Sachsen-Anhalts erforschen und vermitteln. Aus ihrer Arbeit entstehen auch Projekte, die die Öffentlichkeit einbeziehen und der historischen Forschung im Land neue Impulse geben.
Am 1. und 2. Oktober kehrt die Kommission für eine wissenschaftliche Tagung an den Ort ihrer Gründung zurück: auf den Jägerberg bei Halle, heute Sitz der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften. Die Tagung wird die Geschichte der Kommission kritisch aufarbeiten und ihre Bedeutung als Meilenstein der Landesgeschichtsforschung in ganz Deutschland würdigen.
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