Pressemitteilung: 407/2026
Magdeburg, den 22.07.2026

Ministerpräsident Sven Schulze treibt Bürgerarbeit voran: Pilotprojekt in Mansfeld-Südharz soll Vorbild für Sachsen-Anhalt werden

Sangerhausen. Ministerpräsident Sven Schulze hat sich heute im Landkreis Mansfeld-Südharz über die ersten Erfahrungen mit der Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt informiert. Gemeinsam mit Landrat André Schröder, Vertretern der Agentur für Arbeit und des Jobcenters hat er das Projekt „WiederWert“ der GfM GmbH in Sangerhausen besucht. Dort bereiten langzeitarbeitslose Menschen gebrauchte Alltagsgegenstände für gemeinnützige Einrichtungen auf und werden so im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit schrittweise wieder an Beschäftigung herangeführt.

Der Landkreis Mansfeld-Südharz ist die erste Pilotregion der Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt. Das Land begleitet die Umsetzung eng und will die gewonnenen Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Initiative nutzen.

Sven Schulze: „Leistung muss sich lohnen. Hilfe muss ankommen.“

Ministerpräsident Sven Schulze sagt: „Das Projekt ‚WiederWert‘ zeigt eindrucksvoll, wie Bürgerarbeit in der Praxis funktionieren kann. Hier erhalten Menschen die Chance, wieder Struktur in ihren Alltag zu bringen, Verantwortung zu übernehmen und Schritt für Schritt an den Arbeitsmarkt herangeführt zu werden. Mir war von Anfang an wichtig, dass wir nicht nur über das Bürgergeld diskutieren, sondern handeln. Genau das machen wir jetzt. Gemeinsam mit unseren Kommunen, der Arbeitsverwaltung und der Wirtschaft bringen wir Menschen wieder an Arbeit heran und stärken ihre Eigenverantwortung.

Ich danke dem Landkreis Mansfeld-Südharz, dass er bei diesem wichtigen Vorhaben Verantwortung übernimmt und als erste Pilotregion vorangeht. Genau solche starken Partner brauchen wir. Ich wünsche mir, dass weitere Landkreise diesen Weg mitgehen.

Für mich ist klar: Wer Unterstützung braucht, bekommt sie. Darauf können sich die Menschen in Sachsen-Anhalt verlassen. Aber genauso klar ist: Wer arbeiten kann, soll auch mit anpacken. Ich will, dass sich die Menschen, die jeden Tag arbeiten und mit ihren Steuern unseren Sozialstaat tragen, darauf verlassen können, dass Leistung sich lohnt und unser Sozialstaat gerecht bleibt.

Bürgerarbeit ist eine Chance, wieder Struktur in den Alltag zu bringen, Verantwortung zu übernehmen und den Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Genau diesen Weg gehen wir jetzt konsequent weiter.“

Hintergrund: Mit der Initiative Bürgerarbeit arbeiten Land, Kommunen, Jobcenter, Arbeitsverwaltung und Wirtschaft eng zusammen. Ziel ist es, Menschen wieder schrittweise an Beschäftigung heranzuführen, Eigenverantwortung zu stärken und den Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Initiative knüpft dabei an bestehende gesetzliche Möglichkeiten an und setzt auf das Prinzip des Förderns und Forderns.

Zielgruppe sind Menschen, die schon lange keine Arbeit mehr haben und besondere Unterstützung beim Wiedereinstieg benötigen, sowie arbeitsfähige Asylbewerber ohne reguläre Beschäftigung. Grundlage sind Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II sowie nach § 5 Asylbewerberleistungsgesetz. Beide Instrumente verfolgen das Ziel, Menschen schrittweise wieder an Beschäftigung heranzuführen, Eigenverantwortung zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Pilotregion für Arbeitsgelegenheiten nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) ist der Landkreis Mansfeld-Südharz.

Weitere Ansätze werden im Burgenlandkreis sowie im Bereich der Arbeitsgelegenheiten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unter anderem im Salzlandkreis und im Landkreis Wittenberg umgesetzt. Die Initiative wird eng begleitet und im November 2026 erstmals gemeinsam ausgewertet.

Arbeitsgelegenheiten ersetzen keine regulären Arbeitsplätze. Sie dienen ausschließlich der Aktivierung und der Heranführung an Beschäftigung, müssen zusätzlich sein und dürfen keine Wettbewerbsverzerrungen verursachen. Mögliche Einsatzfelder liegen unter anderem in den Bereichen kommunale Infrastruktur, Umwelt- und Naturschutz, Tourismus, Kultur und Heimatpflege, soziale Dienstleistungen, Integration, Sport und Ehrenamt.

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