Unternehmen recycelt Klärschlamm-Aschen zu Phosphor-Dünger
Willingmann zeichnet Haldensleber Seraplant GmbH mit Nachhaltigkeitspreis „AURA“ aus: „Hochwertige Nutzung statt platter Entsorgung“
Wo andere nur Abfälle sehen, erkennt die Seraplant GmbH wertvolle Ressourcen – und gewinnt daraus unter anderem Phosphor zurück. Das 2020 gegründete Unternehmen aus Haldensleben im Landkreis Börde recycelt die Aschen von separat verbrannten Klärschlämmen aus Kläranlagen und stellt mithilfe des zurückgewonnenen Phosphors Düngemittel her. Grundlage dafür ist ein gemeinsam mit dem Verfahrenstechnik-Spezialisten Glatt entwickeltes Verfahren.
Für dieses innovative Geschäftsmodell hat Minister Prof. Dr. Armin Willingmann die Seraplant GmbH heute mit dem Nachhaltigkeitspreis „AURA-Award 2026“ des Umweltministeriums ausgezeichnet. Technologie-Geschäftsführer Daniel Schubert (CTO) und die zwölf Beschäftigten konnten sich über die AURA-Trophäe, eine Urkunde und einen hochwertigen Imagefilm freuen.
Willingmann betonte: „Beim Thema Klärschlamm rümpfen viele Menschen vermutlich die Nase; bei Seraplant schätzen sie jedoch seine inneren Werte. Nach dem Verbrennen der Klärschlämme enthalten die festen Rückstände vor allem viel Phosphor. Dieser lebensnotwendige Stoff ist von der EU als kritischer Rohstoff eingestuft worden und viel zu schade, um ihn zu entsorgen. Seraplant recycelt die Klärschlammaschen und macht daraus wertvollen Phosphor-Dünger – und das auch noch in einem besonders nachhaltigen Verfahren ohne Emissionen und Abfälle. Hochwertige Nutzung statt platter Entsorgung – dieses preisverdächtige Erfolgsrezept hat einfach Aura.“
Technologie-Geschäftsführer Daniel Schubert unterstrich: „Phosphor ist ein unverzichtbarer, zugleich aber endlicher Rohstoff. Mit innovativen Recyclinglösungen leisten wir bei Seraplant einen konkreten Beitrag dazu, wertvolle Nährstoffe im Kreislauf zu halten, natürliche Ressourcen zu schonen und die Versorgungssicherheit für kommende Generationen zu stärken.“
Mit dem zukunftsweisenden Phosphor-Recycling aus Klärschlammaschen stärkt Seraplant die Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Das schont Ressourcen und verringert die deutsche Abhängigkeit von Phosphor-Importen, die derzeit auch aus Krisenregionen der Erde kommen. Zudem ist der produzierte Dünger frei von Schwermetallen – ein großer Vorteil für Landwirtschaft und Ackerflächen.
Hintergrund:
Phosphor ist eine wichtige Grundlage allen Lebens und Hauptbestandteil von Düngemitteln. Er kann aktuell nur aus wenigen Ländern bezogen werden. Bislang muss Deutschland jährlich tausende Tonnen Phosphor importieren. Rund 84 Prozent der weltweiten Phosphatreserven verteilen sich dabei auf gerade einmal sechs Länder. Davon entfallen zwei Drittel auf Marokko, gefolgt von China, Ägypten, Algerien, Südafrika und Brasilien. Hauptproduzent von Phosphatgestein ist mit 90 Millionen Tonnen die Volksrepublik China. Die Rückgewinnung dieses kostbaren Rohstoffs aus Klärschlammaschen ist deshalb von strategischem Interesse – und von 2029 an für Kläranlagen ab einer Größe von 100.000 Einwohnerwerten auch gesetzlich verpflichtend. Kleinere Anlagen mit mehr als 50.000 Einwohnerwerten müssen den Phosphor aus Klärschlamm dann ab 2032 zurückgewinnen.
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